5 unnötige Bankprodukte

Unnötige Bankprodukte kosten Kunden viel Geld

Banken sind auf Vertrieb ausgelegt. Die Mitarbeiter werden Bankberater genannt, sind aber Vertriebsmitarbeiter. Die Aufgabe dieser Mitarbeiter ist die Produkte der Bank zu verkaufen. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter ausschließlich die Produkte der eigenen Bank verkaufen können, selbst wenn es ein besseres oder günstigeres Produkt am Markt gibt.

Damit du nicht in die Vertriebsfalle läufst, zeigt dir dieser Beitrag fünf absolut unnötige Bankprodukte. Die hier genannten Bankprodukte sind entweder nicht mehr zeitgemäß oder für den Kunden unwirtschaftlich bis gefährlich. Alle Produkte bringen der Bank eine hohe Provision und werden deshalb von den „Bankberatern“ bevorzugt verkauft.

5 unnötige Bankprodukte

Welche Bankprodukte wichtig und sinnvoll sind, erkläre ich dir in einem separaten Beitrag. Solltest du eines oder mehrere der hier genannten Produkte haben, musst du dieses nicht unbedingt sofort kündigen. Bei einigen Produkten ist der Schaden im Sinne der Abschlussprovision schon entstanden. Eine Prüfung wie sinnvoll das Bankprodukt ist, ist trotzdem wichtig. Wenn du Hilfe bei der Entscheidung benötigst, kann ich dir gerne dabei helfen.

Zertifikate

Zertifikate sind Wertpapiere. Wertpapiere werden an der Börse gehandelt. Somit ist ein Zertifikat nicht mit einer Sparanlage vergleichbar. Zertifikate versprechen dem Kunden eine jährliche Zinszahlung. Der Zins liegt in der Regel deutlich über den Zinsen für ein Sparbuch, Tagesgeldkonto oder einer Festgeldanlage bei der Hausbank. Banken werben bei Zertifikaten teilweise mit Zinsen zwischen 3 Prozent und 6 Prozent. Manchmal auch mehr.

In Zeiten von 0 Prozent Zinsen und Negativzinsen klingt das verlockend. Dabei sollten sich Kunden immer bewusst sein: Alles was mehr Zinsen als die Geldanlage in ein Sparprodukt bringt, ist mit einem Risiko behaftet.

Hier ein einfaches Beispiel von der DekaBank mit der 6,70 % Allianz Aktienanleihe 06/2021. Der nachfolgende Text stammt aus dem Basisinformationsblatt der DekaBank. Diesen kannst du hier einsehen. Die fett markierten Stellen wurden durch mich hervorgehoben:

Die Emittentin kann die Emissionsbedingungen des Produkts bei Eintritt eines außerordentlichen Ereignisses (z. B. Wegfall des Basiswerts) einseitig ändern. Sofern eine Änderung nach Ansicht der Emittentin nicht oder wirtschaftlich nicht sinnvoll möglich ist, kann sie das Produkt mit sofortiger Wirkung kündigen. Zudem kann die Emittentin das Produkt auch bei Rechtsänderungen kündigen. In diesen Fällen kann der Rückzahlungsbetrag unter Umständen auch erheblich unter Ihrem individuellen Erwerbspreis (unter Berücksichtigung etwaiger Kosten und Stückzinsen) liegen. Ein Totalverlust ist möglich. Zudem tragen Sie das Risiko, dass zu einem für Sie ungünstigen Zeitpunkt gekündigt wird und Sie den Rückzahlungsbetrag nur zu schlechteren Bedingungen wieder anlegen können.

Basisinformationsblatt DekaBank WKN DK0YGL

Ohne auf die weiteren Details des Zertifikats einzugehen, erhält der Kunde ein Wertpapier mit einer Zinszahlung von 6,70 % p.a. und trägt gleichzeitig das Risiko eines Totalverlusts.

Auch vor Kursschwankungen ist der Kunde nicht sicher. Liegt die Aktie der Allianz am Tag der Rückzahlung unter 90% eines vorher festgelegten Werts, bekommt der Kunde nicht den eingezahlten Betrag in Euro sondern die Aktien der Allianz. Plötzlich ist der Kunde Aktionär ohne das gewollt zu haben.

Würde der Kunde stattdessen direkt Aktien der Allianz kaufen, wäre der Kunde besser gestellt, da:

  • die Allianz eine Dividendenrendite von etwa 5% pro Jahr zahlt
  • der Kunde auch von steigenden Aktienkursen profitiert (das ist bei der DekaBank nicht möglich)
  • der Kunde das gleiche Risiko trägt wie bei der DekaBank, nur ohne DekaBank

Das ganze ist für die DekaBank ein lukratives Geschäft. Für den Kunden nicht. Für den Vertrieb zahlt die DekaBank eine hohe Provision an die jeweilige Bank.

Bausparverträge

Bausparverträge dienen eher der Bank als dem Kunden
Bausparverträge dienen eher der Bank als dem Kunden (Bild: pexels.com).

Bausparverträge werden als Sicherheit für die Zukunft verkauft. Heute schon den Zins für ein Bauprojekt in der Zukunft sichern. Kurz gefasst funktioniert ein Bausparvertrag wie folgt:

  • Als Kunde entscheidest du dich heute für eine Bausparsumme (beispielsweise 100.000 Euro).
  • Damit sicherst du dir heute den Zins auf das Darlehen irgendwann in der Zukunft.
  • Für diese Bausparsumme erhält die Bank 1% Provision. Bei 100.000 Euro sind das 1.000 Euro.
  • Dein Bausparvertrag beginnt somit mit -1.000 Euro Guthaben.
  • Du sparst in deinen Bausparvertrag Geld hinein.
  • Damit du die Bausparsumme bekommst, musst du in der Regel 40% ansparen. Bei 100.000 Euro musst du 41.000 Euro ansparen. 40.000 Euro sind 40% plus 1.000 Euro Provision.
  • Dann zahlt dir die Bausparkasse die 100.000 Euro aus. Deine angesparten 40.000 Euro plus 60.000 Euro Darlehen.

100.000 Euro sind beim Kauf von Wohneigentum nicht viel. Dafür wirken die 100.000 Euro oft wie Eigenkapitel bei deiner Hausbank. Aber nicht vollständig. Da du letztendlich neben dem Bankdarlehen auch das Darlehen aus dem Bausparvertrag zurückzahlen musst.

Zusätzlich zum Bausparvertrag benötigst du ein Bankdarlehen. Du weißt natürlich heute nicht, wie viel Geld du in der Zukunft brauchst. Du weißt auch nicht, welchen Zins du in der Zukunft bekommst.

Sicher ist, dass die Bausparkasse dir nie den besten Zins für die Geldanlage und den niedrigsten Zins für das Darlehen gleichzeitig gibt. Deshalb kannst du das Geld auch gleich separat ansparen und anlegen und vollständig ein Bankdarlehen holen.

Keiner wird wissen, wie die Zinsen in der Zukunft stehen. Aber du weißt auch nie, ob du wirklich in der Zukunft eine Immobilie kaufen wirst. Letztendlich ist ein Bausparvertrag eine Zinswette oder eine Zinsversicherung. Wetten und Versicherungen kosten immer extra Geld. Bei einer Bausparsumme von 100.000 Euro kostet dich diese Versicherung 1.000 Euro.

Noch abwegiger sind bei der Baufinanzierung Kombinationen mit einem Bausparvertrag. Beispiel:

  • Du kaufst eine Immobilie
  • Du bekommst ein Darlehen von der Bank
  • Die Bank verkauft dir gleichzeitig ein Bausparvertrag, damit du dir die Zinsen in 10 Jahre sicherst, wenn das Darlehen ausläuft

Das heißt: Neben der Rückzahlung zum Bankdarlehen sparst du dir gleichzeitig Geld an. Geld das schlechter verzinst wird als die Zinsen die du an die Bank zahlst.

Wenn du auf den Bausparvertrag verzichtest, bist du über die Darlehenszeit besser gestellt:

  1. Du sparst dir die Abschlussprovision für den Bausparvertrag
  2. Die Sparrate für den Bausparvertrag kannst du zur Tilgung deines Bankdarlehens verwenden
  3. Damit hast du in 10 Jahren weniger Schulden
  4. Die Refinanzierung in 10 Jahren wird dadurch günstiger
  5. Du zahlst über die ganze Finanzierung weniger Zinsen

Wenn dir Zinssicherheit wichtig ist, bieten Banken oft eine Zinsbindung von 15, 20 oder 25 Jahre an. Das bezahlst du in der Regel mit höheren Zinsen.

Aktienfonds (mit Ausgabeaufschlag)

Kostenloses Depot zum Geld anlegen
Aktienfonds sind viel zu teuer (Bild: pexels.com).

Ein Aktienfonds ist eine Sammlung von Einzelaktien. An dieser Sammlung erwirbt der Kunde einen Bruchteil. Häufig finden sich Aktienfonds mit einem Themenschwerpunkt. Beispielsweise europäische Aktien oder Aktien aus Nordamerika. Hinter einem Aktienfonds steht in der Regel ein Fondsmanager. Dieser Person ist dafür verantwortlich, dass der Aktienfonds eine gute Performance hinlegt.

Kunden bezahlen in der Regel beim Kauf eines Aktiensfonds einen Ausgabeaufschlag. Dieser Ausgabeaufschlag bedeutet, dass der Kunde den Aktienfonds teurer Kauft als dieser am Markt verkauft wird. Bei vielen Aktienfonds liegt der Ausgabeaufschlag bei 5 Prozent. Die Fondsgesellschaft erwirtschaftet direkt einen Gewinn von 5 Prozent.

Beispiel: Ein Anteil eines Aktienfonds kostet den Kunden 100 Euro. Würde der Kunde diesen jedoch kaufen und sofort wiederverkaufen, bekommt der Kunde nur 95 Euro. Die Differenz ist der Ausgabeaufschlag. Diesen bekommt in der Regel die Bank von der Fondsgesellschaft. Kunden starten beim Kauf eines Aktienfonds mit Ausgabeaufschlag immer im Minus. Der Aktienfonds muss erst einmal 5% Gewinn machen, damit der Kunde überhaupt bei 0% steht.

Hinzukommen die hohen Managementgebühren und teilweise auch noch Erfolgsgebühren bei Aktienfonds.

Managementgebühr: Der Fondsmanager lässt sich seine Tätigkeit prozentual bezahlen. Managementgebühren zwischen 1% bis 2% pro Jahr sind nicht unüblich. Um diesen Prozentsatz werden die Anteile des Aktienfonds reduziert. Ein Teil des Geldes geht auch an die Bank in Form einer Bestandsprovision. Das heißt die Bank bekommt Geld, weil sie den Fonds irgendwann mal einem Kunden verkauft hat. Das geht zu Lasten der Rendite des Kunden. Dabei sind viele Aktienfonds weniger erfolgreich als ein einfacher Index wie der DAX 30 oder der S&P 500.

Erfolgsgebühren: Ist der Fondsmanager erfolgreich und erwirtschaftet kein Minus, behält die Fondsgesellschaft einen prozentualen Anteil des Erfolgs ein. Diese Erfolgsbeteiligung liegt bei einigen Fonds zwischen 10 und 25 Prozent des erwirtschafteten Erfolgs. Bei 15 Prozent Rendite im Jahr und einer Erfolgsgebühr von 10 Prozent fehlen dem Kunden 1,5 Prozent Rendite zum Jahresende. Um mehr an der Erfolgsgebühr zu verdienen, rechnen einige Aktienfonds diese monatlich oder pro Quartal ab. Somit fallen schlechte Monate weniger ins Gewicht für die Fondsgesellschaft.

Seit Jahren sind Kunden mit einem ETF deutlich besser gestellt. Was ein ETF genau ist, erklärt der verlinkte Beitrag. ETFs verursachen nur einen Bruchteil der Kosten im Vergleich zu einem Aktienfonds und verbessern somit die Rendite des Endkunden. Deshalb bewerben Banken ETFs auch nur ungern.

Bei vielen kostenlosen Depots wie Trade Republic erhalten Kunden zudem eine große Auswahl an Sparpläne. Mit einem kostenlosen ETF Sparplan nutzen Kunden den Cost Average Effect, bezahlen niedrigere Kosten im Vergleich zum Aktienfonds und sind von der Performance oft nicht schlechter gestellt als diese. Zahlreiche Studien belegen, das aktive gemanagte Aktienfonds im Durchschnitt gleich oder schlechter als der Vergleichsindex abschneiden.

Kredite für Konsumgüter

Kredite für Konsumgüter sind mit Schuld an der schleichenden Überschuldung von Haushalten mit geringen Einkommen. Kredite für Konsumgüter werden verwendet um den Kauf eines Fernsehers, Handys oder Einrichtungsgegenstände wie ein Sofa, Schrank oder Esstisch zu ermöglichen.

Jeder Kauf von Konsumgüter, der durch Erspartes nicht abgedeckt ist, führt zu einer monatlichen Rückzahlung an eine Bank. Diese zusätzliche monatliche Rate reduziert das zur Verfügung stehende Einkommen des Haushalts. Wie im Haushaltsbuch aufgezeigt, reduziert das die monatliche Sparrate oder sorgt sogar für höhere Ausgaben als Einnahmen. Dann droht Überschuldung.

Einige der Kredite bieten sogar eine Null-Prozent Finanzierung an und sind damit noch verlockender. Das stellen sich Kunden schon die Frage: „Wieso die volle Summe jetzt bezahlen wenn man das gleiche Geld über mehrere Monate ohne Zinsen abbezahlen kann?“

Ein Darlehen ist immer eine Rückzahlungsverpflichtung für eine für die Zukunft für eine heute erhaltene Leistung. Konsum sollte immer aus den laufenden Einnahmen oder aus Ersparnissen finanziert werden, ansonsten erhöht sich das Risiko für eine Überschuldung. Bei einer Überschuldung sind die Ausgaben höher als die Einnahmen. Schulden sind oft auch eine mentale Belastung.

Finger weg von der Restschuldversicherung

Kunden sollten auf keinen Fall ein Darlehen mit einer Restschuldversicherung abschließen. Wenn die Bank den Abschluss des Darlehens an den Abschluss einer Restschuldversicherung koppelt, sollten Kunden unbedingt das Gespräch beenden und die Bank verlassen. Die Bank möchte ihr eigenes Risiko über die Restschuldversicherung auf den Kunden abwälzen. Die Kosten für die Restschuldversicherung trägt der Kunde und diese Kosten erhöhen die Kosten für das Darlehen.

Wann ein Darlehen sinnvoll ist!

Der Kauf einer Immobilie ist in der Regel nur über eine Darlehen möglich. Eine Immobilie für eigene Wohnzwecke ist allerdings kein Konsumgut sondern erspart dem Käufer in der Regel Mietzahlungen. Es wird ein Wert für die Zukunft geschaffen.

Was ist mit der Finanzierung eines Autos? Persönlich bin ich der Meinung, dass auch hier gilt. Man sollte nichts kaufen, was man sich nicht leisten kann. Ein Auto ist ein gigantischer Kostenblock. Wenn du ein Haushaltsbuch führst, wirst du das sehen. Im Artikel zu Mehr Geld Sparen zeige ich auf, was ein Auto wirklich kostet. Viele nutzen ein Auto als Statussymbol und vernichten dabei gleichzeitig ihr hart verdientes Geld.

Wenn du dir ein Auto kaufen musst, nutze die Tipps im Beitrag zum Geld strukturieren und spare auf ein Auto. Wenn du dir die Sparrate heute nicht leisten kannst, wirst du dir auch die Darlehensrate nicht leisten können.

Goldene Kreditkarte

Kreditkarte
Kreditkarte (Bild: pexels.com).

Die Golde Kreditkarte sowie die Schwarze oder Platin Kreditkarte ist eine normale Kreditkarte kombiniert mit Versicherungspaketen. Diese Kombination soll für den Kunden einen Mehrwert bieten. Einen Mehrwert für den der Kunde gerne Geld bezahlt. Dieser Mehrwert kostet je nach Bank zwischen 50 Euro und 120 Euro pro Jahr.

Oft findet sich eine Reiserücktrittsversicherung und / oder eine Auslandskrankenschutzversicherung im Versicherungspaket. Oft wird auch mit weiteren unnötigen Versicherungen geworben.

Bei vielen Kreditkarten gilt es jedoch auf das Kleingedruckte zu achten. Einige der Versicherungen greifen nur, wenn die Reise oder das zu versichernde Produkt mit der Kreditkarte bezahlt wurde. Andere haben eine hohe Selbstbeteiligung. Beispielsweise bei Verlust des Handys muss der Besitzer 250 Euro selbst bezahlen. Besitzer eine Goldenen Kreditkarte sollten zudem prüfen, ob der separate Abschluss der benötigten Leistung bei einem Direktversicherer nicht günstiger ist.

Zudem sind viele Kunden einer Goldenen Kreditkarte überversichert. Wer beispielsweise ADAC-Mitglied ist und eine Goldene Kreditkarte hat, findet in beiden Produkten oft die gleichen Leistungen und zahlt somit doppelt.

Eine Goldene Kreditkarte lohnt sich nicht für jeden. Die jährlichen Kosten von 50 bis 120 Euro können sich viele Kunden sparen. Je nach Versicherungspaket und Jahrespreis lohnt sich die Goldene Kreditkarte für Personen die viel Reisen. Zudem muss genau auf die Versicherungsbedingungen geachtet werden.

5 unnötige Bankprodukte

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