5 unnötige Versicherungen

Unnötige Versicherungen

Die Deutschen tendieren dazu überversichert zu sein und die Versicherungen nutzen das Spiel mit der Angst für den Vertrieb von unnötigen Versicherungsprodukten. Eine Versicherung verspricht im Falle eines Schadens eine finanzielle Kompensation. Versicherungsverkäufe sind geschult, die Anzahl der möglichen Risiken mit leichter (teilweise starker) Übertreibung aufzuzeigen. Der ängstliche Kunde schließt lieber eine Versicherung zu viel als eine zu wenig ab und verliert dabei unnötig viel Geld pro Jahr.

Die Versicherungsbranche übertrifft sich dabei mit unnötigen Versicherungen. Während einige davon nur wenige Euros im Monat kosten, sind andere unnötige Versicherungen richtig teuer und bringen dir keinen wirklichen Mehrwert. Schließe eine Versicherung nicht nebenbei ab, sondern überlege bei jedem Vertrag in Ruhe, ob du diesen wirklich brauchst und ob es nicht eine bessere Alternative gibt. Setzt dich ein Versicherungsverkäufer unter Druck, solltest du das Gespräch direkt beenden.

Unnötige Versicherungen: Auf diese Produkte kannst du verzichten

Die Versicherungsbranche steckt selbst in der Bredouille. Niedrige Zinsen wirken sich negativ auf die Erträge aus. Renditen sind nur noch am Kapitalmarkt zu erwirtschaften. Dabei entsteht jedoch ein Kursrisiko. Dieses auszugleichen kostet zusätzlich Geld und Rendite. Viele Versicherungen sind deshalb unnötig teuer, unattraktiv und gleichzeitig unnötig. Bei fondsgebundenen Versicherungen träg der Kunde zwischenzeitlich das Kursrisiko.

Kapital- oder fondsgebundene Lebensversicherung

Eine Kapital- oder fondsgebundene Lebensversicherung ist ein Kombinationsprodukt und kombiniert den Todesfallschutz mit einer privaten Altersvorsorge. Kombi-Produkte sind bei Versicherungen beliebt. Der Kunde deckt mit einem Produkt gleich mehrere Risiken ab. Der Versicherungsverkäufer muss nur ein Produkt beraten und verkaufen.

Für den Kunden sind Kombi-Produkte schlecht. Die Kosten der einzelnen Produkte, hier Todesfall und Altersvorsorge, lassen sich nur schwer vergleichen. Ist ein Teil der Versicherung nicht mehr gewünscht, lässt sich dieser Teil nicht kündigen. Der Kunde muss entweder das ganze Produkt kündigen oder das ganze Produkt bezahlen.

Niedrige Zinsen und hohe Kosten machen den Neuanschluss einer kapital- oder fondsgebundenen Lebensversicherungen. Versicherer bieten aufgrund der niedrigen Zinsen Indexpolicen an. Aber auch diese sind für Kunden uninteressant, da die Renditen beschränkt sind und teilweise auch bei 0% liegen können. Hinzu kommen die Kosten für das Versicherungsprodukt.

Von Kombi-Produkte ist grundsätzlich abzuraten. Der Todesfall lässt sich günstig über eine Risikolebensversicherung abdecken. Für die Rente legst du dein Geld am besten selbst über einen ETF-Sparplan bei Seite. Die Kostenquote ist bei der Selbstanlage um ein vielfaches niedriger als bei einer Versicherung. Wenn du gleichzeitig ein kostenloses Depot nutzt, sparst du weiter Geld. Was ein ETF ist, wie dieser funktioniert und was dieser kostet, findest du im Ratgeber: Was ist ein ETF?.

Ren­ten­ver­si­che­rung

Rentenversicherung
Rentenversicherung (Bild: pexels.com).

Auch die klassischen oder fondsgebundenen Ren­ten­ver­si­che­rung sind zwischenzeitlich unattraktiv. Niedrige Zinsen am Kapitalmarkt und hohe Kosten bei den Versicherungen sorgen für unattraktive Renditen. Es gibt vereinzelt provisionsfreie Nettopolicen die in günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs) anlegen, diese zu finden und bewerten ist jedoch aufwendig. Auch hier fressen die Kosten oft einen großen Teil der Rendite.

Die beste flexible Altersvorsorge baust du dir selbst mit einem ETF-Sparplan und kombiniertem Auszahlplan hin im Rentenalter. In diesem Fall musst du dich selbst um deine Geldanlage kümmern, aber damit behältst du die Kontrolle und weißt genau was mit deinem Geld passiert. Du vermeidest verstecke Kosten.

Wenn du dir selbst deine Altersvorsorge baust, ist dein angespartes Geld im Todesfall nicht verloren. Versicherer kalkulieren mit einem frühzeitigen Ablegen einiger Versicherter. Das Geld fließt in die Versicherungsmasse ein. Bei deiner eigenen Altersvorsorge erhalten deine Erben dein Geld.

Sterbegeldversicherung

Bei einer Sterbegeldversicherung bekommen Angehörige im Todesfall des Versicherten eine festgelegte Summe für die Bestattung von der Versicherung. Die Sterbegeldversicherungen verkaufen Banken und Versicherungen bevorzugt an Personen im frühen Rentenalter. Wenn du für deine Beisetzung selbst aufkommen willst, ist es sinnvoller das Geld hierfür selbst anzusparen. Im Todesfall müssen die Angehörige nicht zur Bank oder Versicherung und du sparst dir die Kosten und Provision der Versicherung.

Handyversicherung

Eine Handyversicherung spricht Personen an, die Smartphones besitzen, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Handyversicherungen sind oft teuer und schließen viele Schäden aus. Nicht selten lehnt die Handyversicherung eine Schadensregulierung ab. Bezahle lieber die Reparatur selbst und investiere Geld in eine Schutzhülle für das Handy. Zusätzlich kannst du dir ein Sparziel über N26 Spaces für unvorhergesehene Dinge anlegen. Damit baust du deine eigene kleine Versicherung.

Verlängerte Produktgarantien

Kauft eine Privatperson ein Produkt, erhält der Kunde vom Händler per Gesetz 24 Monate Gewährleistung. Das ist eine Mängelhaftung oder Mängelbürgschaft. Bei gebrauchten Produkten sind es 12 Monate Gewährleistung.

Immer mehr Händler bieten in den ersten 24 Monaten gegen einen Aufpreis eine Garantie die mehr leistet als die Gewährleistung oder verlängern gegen einen Aufpreis den Gewährleistungszeitraum auf 48 Monate. Diese Produktgarantien sind teuer und in der Regel unnötig. Die Abdeckung durch die gesetzliche 24 Monate Gewährleistung ist sehr umfangreich. Mehr ist in der Regel nicht notwendig.

Restschuldversicherung

Eine Restschuldversicherung (auch als Restkreditversicherung oder Kredit-Lebensversicherung bezeichnet) ist eine Absicherung des Kreditnehmers beziehungsweise dessen Hinterbliebenen, für den Fall des Todes, Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Die Restschuldversicherung wird gerne von Banken in Kombination mit Konsumkrediten verkauft.

Banken vermitteln oft den Eindruck, dass der Abschluss der Restschuldversicherung eine Voraussetzung für das gewünschte Darlehen ist. In diesem Fall solltest du die Bank verlassen, da das nicht erlaubt ist. Zudem ist eine Restschuldversicherung teuer und wenig sinnvoll. Eine Untersuchung der Bafin zeigt zudem, dass die Versicherer oft nicht zahlen wollen.

Du hast eine Restschuldversicherung abgeschlossen? Du kannst diese jederzeit kündigen und bekommst die Versicherungsbeiträge anteilig erstattet. Auf deinen Kredit hat das keinen Einfluss.

Wenn deine Familie im Fall deines Todes Geld für einen Kredit braucht, solltest du eine Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung abschließen.

Weitere unnötige Versicherungen

Der Versicherungsbranche mangelt es nicht an Kreativität. Versicherer leben von der Angst und bieten für fast jede Sorge eine unnötige Versicherung an. Neben den oben genannten Produkten zählen dazu auch die Ausbildungsversicherung, Ambulante Zusatzversicherung, Glasbruchversicherung, Brillenversicherung, Kran­ken­haus­ta­ge­geld­ver­si­che­rung, Reisegepäckversicherung oder die Kinderunfallversicherung.

Einige der Versicherungsfälle wie eine Glasbruchversicherung oder Reisegepäckversicherung sind oft über die Hausrat- oder Haftpflichtversichung abgedeckt. Andere Schadensfälle deckst du am besten selbst durch das Ansparen von etwas Geld ab. Lass dich im Gespräch mit einem Versicherungsverkäufer nicht verunsichern. Versicherungsverkäufer werden geschult und trainiert, für jedes Lebensszenario ein Horrorszenario zu kennen und dafür die passende Versicherung anbieten zu können.

Neben den unnötigen Versicherungen gibt es auch unnötige Bankprodukte. Auch Banken bieten Produkte und Verträge an, die kaum ein Kunde wirklich benötigt. Das Wohl des Kunden rückt immer weiter in den Hintergrund. Deshalb lernst du auf spacehace.com dein Geld selbst zu verwalten. Verlasse dich nicht auf eine Vertriebsperson.

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